Kein Gut­ach­ten kann Ihnen garan­tie­ren, dass ein Streit­fall so aus­geht, wie Sie es hof­fen. Aber um ers­te Klar­heit zu bekom­men, bestimm­te Sach­ver­hal­te fest­zu­stel­len oder Zustän­de zu ana­ly­sie­ren, kann ein Pri­vat­gut­ach­ten hilf­reich sein. Even­tu­ell kann so ein Streit­geg­ner zum Ein­len­ken bewegt wer­den. Ein sol­ches Pri­vat­gut­ach­ten wird von einer Pri­vat­per­son beauf­tragt. Da es nur von einer Per­son beauf­tragt wur­de, ist es ein Par­tei­gut­ach­ten. Der Sach­ver­stän­di­ge wird das Gut­ach­ten trotz­dem nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen unpar­tei­isch erstel­len, da er zur Neu­tra­li­tät ver­pflich­tet ist.

Es ist rat­sam, dem Sach­ver­stän­di­gen eine kla­re Auf­ga­ben­stel­lung zu geben und ein­deu­ti­ge Fra­gen zu for­mu­lie­ren. Fra­gen wie „Ist der Wech­sel­rich­ter pas­send zum Gene­ra­tor dimen­sio­niert“ oder „Ist das Mon­ta­ge­ge­stell ent­spre­chend den sta­ti­schen Erfor­der­nis­sen aus­ge­legt“ über Feh­ler­er­mitt­lung „Wel­che Ursa­chen hat der Min­der­ertrag“ bis hin zur Emp­feh­lung der Besei­ti­gung etwai­ger Män­gel sind denk­bar. Die Ver­gü­tung kann frei ver­ein­bart wer­den, rich­tet sich in der Regel aber nach den Ver­gü­tungs­sät­zen wie sie im JVEG (Jus­tiz Ver­gü­tungs- und Ent­schä­di­gungs­ge­setz) vor­ge­se­hen sind. Am bes­ten bespre­chen Sie vor­her mit dem Sach­ver­stän­di­gen die Auf­ga­ben­stel­lung und las­sen sich anschlie­ßend ein Ange­bot erstel­len.

Vor Gericht ist ein Pri­vat­gut­ach­ten kein Beweis­mit­tel. Es wird als „qua­li­fi­zier­ter Par­tei­vor­trag“ gewer­tet. Meist wird das Gericht ein wei­te­res Gut­ach­ten bei einem ande­ren Sach­ver­stän­di­gen beauf­tra­gen, da der Sach­ver­stän­di­ge, der das vor­ge­leg­te Gut­ach­ten erstellt hat, befan­gen ist. Außer es eini­gen sich bei­de Par­tei­en auf die Ver­wen­dung des Gut­ach­tens.