Das Haupt­sa­che­ver­fah­ren ist der Pro­zess als sol­cher. Soll­te eine Beweis­auf­nah­me not­wen­dig sein, wird der Sach­ver­stän­di­ge vom Gericht beauf­tragt. Sei­ne Pflich­ten und Auf­ga­ben unter­schei­den sich nicht von denen im Selb­stän­di­gen Beweis­ver­fah­ren.

Obers­te Pflicht eines Sach­ver­stän­di­gen ist die Unpar­tei­lich­keit. Bestehen per­sön­li­che Ver­bin­dun­gen zu einer Sei­te oder war er in der Sache vor­her bereits als Pri­vat­gut­ach­ter tätig, so muss der Sach­ver­stän­di­ge dies offen­ba­ren. Das Gericht ent­schei­det dann über eine even­tu­el­le Befan­gen­heit.

Wei­ter­hin muss der Sach­ver­stän­di­ge prü­fen, ob die gestell­ten Auf­ga­ben in sein Fach­ge­biet fal­len. Soll­te dies nicht so sein, kann das Gericht einen ande­ren Sach­ver­stän­di­gen beauf­tra­gen. Soll­ten nur Teil­be­rei­che nicht in sein Fach­ge­biet fal­len, kann der Sach­ver­stän­di­ge mit Zustim­mung des Gerichts einen wei­te­ren Sach­ver­stän­di­gen hin­zu­zie­hen. Es ist aber auch mög­lich, dass das Gericht für die­sen Teil­be­reich einen ande­ren Sach­ver­stän­di­gen direkt beauf­tragt.

Der Sach­ver­stän­di­ge muss den Auf­trag selbst erfül­len, darf aber für Neben­tä­tig­kei­ten (Mes­sen, Foto­gra­fie­ren, Mate­ri­al­prü­fun­gen) Hilfs­kräf­te hin­zu­zie­hen.

Ein Gut­ach­ten ist gewis­sen­haft und sorg­fäl­tig zu erstel­len. Dabei soll es für Lai­en ver­ständ­lich und für den Fach­mann nach­voll­zieh­bar sein. Außer­dem hat der Sach­ver­stän­di­ge zu allen Sach­ver­hal­ten, die ihm im Lau­fe eines Ver­fah­rens zur Kennt­nis gelan­gen, Schwei­ge­pflicht.